PKV oder GKV – was ist besser für Selbstständige?

Private oder gesetzliche Krankenversicherung? Hier erfährst du, welche Lösung für Selbstständige langfristig besser passen kann – mit Zahlen, Beispielen und klaren Entscheidungshilfen.

Alle Infos im Überblick

Warum die Wahl zwischen PKV und GKV für Selbstständige so entscheidend ist

Wer sich selbstständig macht, steht oft zum ersten Mal vor der Frage: gesetzlich versichert bleiben oder in die private Krankenversicherung wechseln? Die Entscheidung ist keine reine Preisfrage – sondern hat weitreichende Auswirkungen auf Beitrag, Leistung und Versorgung.

Was dich erwartet: Wir vergleichen beide Systeme konkret und zeigen dir, worauf es für Selbstständige ankommt.

Was kostet die PKV für Selbstständige?

Welche ist die beste PKV für Selbstständige?

Wie funktioniert die gesetzliche Krankenversicherung für Selbstständige?

Beiträge in der GKV: einkommensabhängig – aber mit Mindestbeitrag

In der gesetzlichen Krankenversicherung zahlst du als Selbstständiger deinen Beitrag allein – ohne Arbeitgeberanteil. Die Beitragshöhe richtet sich dabei nach deinem Einkommen – allerdings mit festen Grenzen:

Einkommensgrundlage Beitragssatz (inkl. Pflege) Monatsbeitrag (2025)
Mindestbeitrag (unter 1.178 € Einkommen) ca. 18,6 % + Zusatzbeitrag ca. 380–420 €
Durchschnittlich 3.000 € Einkommen ca. 600 €
Höchstbeitrag ab 5.175 € ca. 1.050 €

Selbst wenn du wenig verdienst, zahlst du oft mehr als nötig – denn der Mindestbeitrag ist Pflicht.

Wie funktioniert die private Krankenversicherung für Selbstständige?

Beiträge in der PKV: unabhängig vom Einkommen

In der PKV hängt der Beitrag nicht vom Einkommen, sondern von drei Faktoren ab:

  • deinem Alter bei Eintritt
  • deinem Gesundheitszustand
  • den gewählten Leistungen (Tarifgestaltung)

Beispiel:

Tarifprofil Beitrag (30-jähriger Selbstständiger, gesund)
Basis-Tarif (stationär Zweibett, ambulant GKV-Niveau) ca. 330–390 €
Komfort-Tarif mit 90 % Zahn, Einbettzimmer, Wahlarzt ca. 420–490 €
Premium-Tarif mit 100 % Leistungen, keine Selbstbeteiligung ab 550–600 €

👉 In vielen Fällen günstiger als die GKV – und mit besserem Leistungspaket.

Leistungsvergleich: PKV vs. GKV

Was bekommst du für deinen Beitrag?

Leistung GKV PKV
Arztwahl Vertragsärzte (Kassenzulassung) Freie Arztwahl, Privatärzte
Wartezeit Facharzt teils mehrere Wochen oft innerhalb weniger Tage
Zahnersatz ca. 60–75 % mit Bonusheft bis 100 % je nach Tarif
Krankenhaus Regelversorgung (Mehrbettzimmer) Wahlleistungen: Chefarzt, Einbettzimmer
Rückerstattung bei Leistungsfreiheit Nein Ja, oft 1–4 Monatsbeiträge
Beitragsberechnung einkommensabhängig tarifabhängig, unabhängig vom Einkommen

Was viele Selbstständige übersehen

1. Die Beitragsentwicklung in der GKV

Der Beitragssatz der GKV steigt seit Jahren – durch Alterung der Bevölkerung, steigende Ausgaben, weniger junge Versicherte. Als Selbstständiger trägst du die Kosten allein, auch bei Beitragserhöhungen.

2. Leistungslücken in der GKV

Beispiel: Du brauchst Zahnersatz, eine Psychotherapie oder eine schnelle Operation? In der GKV zahlst du oft hohe Zuzahlungen oder wartest monatelang – während viele PKV-Tarife hier deutlich schneller und umfassender leisten.

Für wen ist die PKV besser geeignet?

PKV kann sinnvoll sein, wenn du:

regelmäßig gute Einnahmen erzielst

dir langfristige Planungssicherheit wünschst

Wert auf kurze Wartezeiten und hohe Qualität legst

bereit bist, Verantwortung für deine Gesundheitsvorsorge zu übernehmen

Achtung: Wenn du viele Vorerkrankungen hast oder oft zum Arzt musst, kann die GKV in Ausnahmefällen günstiger sein – das klären wir in einer individuellen Analyse.

Fazit: PKV oder GKV – was ist für Selbstständige besser?

Die GKV ist ein sicheres Netz – mit klaren Regeln, aber auch begrenzter Leistung und hohen Beiträgen.
Die PKV bietet mehr Flexibilität, bessere Versorgung und oft günstigere Beiträge – wenn sie zu deiner Lebenssituation passt.

Lass uns gemeinsam prüfen, welche Krankenversicherung zu dir passt

FAQ – Häufige Fragen zum PKV-Wechsel

Hier beantworten ich die häufigsten Fragen zu PKV und Leistungen.

In vielen Fällen ist die PKV günstiger – besonders bei hohem Einkommen, gutem Gesundheitszustand und geringer Arztnutzung.

 

Ein Wechsel zurück ist oft nur bei Aufgabe der Selbstständigkeit oder bestimmten Sonderfällen möglich – daher sollte die Entscheidung gut überlegt sein.

 

Nicht zwingend – durch Altersrückstellungen, Tarifwechseloptionen und gezielte Beitragsentlastungstarife kann der Beitrag stabil bleiben.

 

Nur, wenn du es separat absicherst  – das ist kein automatischer Bestandteil.

 

In der PKV solltest du ein Krankentagegeld absichern – in der GKV musst du aktiv einen Krankengeldtarif abschließen.